Grammatischer Wandel

Grammatischer Wandel

Untersucht man grammatischen Wandel über einen längeren Zeitraum hinweg mit Korpora, so lässt sich zwar sehr viel herausfinden, man stößt aber auch immer wieder an Grenzen: Meist handelt es sich um Zeitungen oder sonstige Printpublikationen. Erst in neuerer Zeit kommen auch informellere Quellen hinzu, die sich jedoch oft nur schlecht datieren lassen (z.B. im Fall von Sprache aus dem Internet) oder sehr geringen Umfang haben (z.B. Sammlungen von Textnachrichten). Über die Schreibenden ist meist wenig bekannt, sodass sich kaum ausmachen lässt, in welcher Altergruppe, Region oder Gesellschaftsschicht eine Veränderung ihren Ausgang nimmt. Schwierig ist auch die Entscheidung, ob grammatische Phänomene, die in solchen Texten nur sehr selten auftreten, echte Neuerungen sind, ganz zu schweigen davon, dass man bei geringen Belegmengen auch kaum etwas über die innersprachlichen Faktoren herausfinden kann, die einen Wandel vorantreiben.

An diesem Punkt setzt das Projekt an. Es strebt eine gründliche Bestandaufnahme aktueller grammatischer Wandelphänomene an, insbesondere solcher, die noch in einem sehr frühen Stadium sind.