Verzeichnis grundlegender grammatischer Fachausdrücke

Vorbemerkungen

In dieser Umgebung finden Sie die digitale Version des Verzeichnisses grundlegender grammatischer Fachausdrücke. Die Termini und Definitionen des Verzeichnisses wurden am 7. November 2019 durch das Sekretariat der Ständigen Konferenz der Kultusminister der Länder in der Bundesrepublik Deutschland (KMK) in seiner Amtschefskonferenz zustimmend zur Kenntnis genommen.

Zusätzlich dazu werden momentan zu allen Termini Zusatzmaterialien ausgearbeitet, die in Zukunft ständig aktualisiert werden. Zum jetzigen Zeitpunkt enthalten zur Illustration die folgenden Einträge Zusatzmaterialien:

1. Zielsetzung

Das vorliegende „Verzeichnis grundlegender grammatischer Fachausdrücke“ beruht auf einem Konsens, den das „Gremium für Schulgrammatische Terminologie“ unter Berücksichtigung fachwissenschaftlicher, fachdidaktischer und unterrichtspraktischer Gesichtspunkte hergestellt hat. Ziel dieses Verzeichnisses ist es, Anhaltspunkte zu geben für die Konzeption von Lehrplänen und Schulbüchern für das Fach Deutsch. Als Grundkatalog impliziert das Verzeichnis nicht, dass lediglich die enthaltenen Termini aus fachlicher und didaktischer Sicht wichtig seien. Vielmehr bietet das Verzeichnis eine Grundlage zur Vereinheitlichung der Termini sowie des mit einem Terminus verbundenen Begriffsverständnisses. Das Verzeichnis ist nicht als ein Minimalkatalog zu lernender Fachausdrücke zu verstehen. Was im grammatischen Bereich gelernt werden soll, legen Lehr- und Bildungspläne sowie Bildungsstandards fest.

2. Motivation

Das von der Kultusministerkonferenz 1982 zustimmend zur Kenntnis genommene „Verzeichnis grundlegender grammatischer Fachausdrücke“ bildete über mehrere Jahrzehnte die Grundlage für die Bezeichnung grammatischer Phänomene im Deutschunterricht. Die diesem Verzeichnis zugrunde liegende Zielsetzung zur Vereinheitlichung der Terminologie in der schulgrammatischen Tradition und Praxis bleibt auch für das neue Verzeichnis von Bedeutung. Dessen Grundlage bildet darüber hinaus der allgemein anerkannte Forschungsstand in Fachwissenschaft und Fachdidaktik sowie aktuelle Entwicklungen im Bereich des schulischen Sprachunterrichts. Konzeptionelle Erweiterungen gegenüber dem Verzeichnis von 1982 beruhen einerseits auf einem Konsens darüber, dass die jeweiligen Phänomenbereiche erhellende Ergänzungen zu den Kernbereichen der Schulgrammatik – Wortartanalyse und Satzgliedanalyse – bieten (insbesondere Wortgruppe, Felderstruktur) bzw. hilfreich für den Erwerb der deutschen Schriftsprache sind (Nominalgruppe). Andererseits beruhen sie auf der Einschätzung, dass ein Verzeichnis grundlegender grammatischer Fachausdrücke im Vergleich mit 1982 nicht mehr ausschließlich auf den Unterricht des Deutschen als Muttersprache ausgerichtet sein kann. Aufgrund jüngerer und älterer Migrationsbewegungen werden die Grenzen zwischen Deutsch als Mutter-, Zweit- und Fremdsprache fließend, sodass es ratsam erscheint, auch solche grammatischen Konzepte in das Verzeichnis aufzunehmen, auf die insbesondere im Bereich Deutsch als Fremdsprache schon seit Langem gewinnbringend Bezug genommen wird (Valenz, Felderstruktur).

3. Hinweise zur Nutzung der digitalen Version

Das vorgelegte Verzeichnis beinhaltet Termini zu den Bereichen Laut und Buchstabe sowie Wort und Satz. Darüber hinaus stellt es Definitionen dieser Termini bereit, damit nicht nur eine vereinheitlichte Terminologie, sondern auch ein vereinheitlichtes Begriffsverständnis gewährleistet ist. Damit grammatische Begriffe für Sprachreflexion und Sprachgebrauch produktiv werden können, müssen sie im praktischen Umgang mit Sprache erarbeitet werden. Das Verzeichnis sollte deshalb in Verbindung mit den weiterführenden Materialien genutzt werden. Diese können beim Lesen eines Eintrages anhand eines Bedienelements in der rechten Seitenleiste modular angezeigt werden. Mit Beispielen, Erläuterungen und Angaben zu geeigneten Auffindungsverfahren und grammatischen Proben bieten diese Materialien eine Grundlage für ein funktionales und handlungspraktisches Erarbeiten grammatischer Konzepte. In den Zusatzmaterialien wird außerdem auf weitere in der Schule gebräuchliche Termini und inhaltlich Weiterführendes hingewiesen.

Alle blau eingefärbten Wörter stellen Verweise zu den jeweiligen Termini dar. Wörter, die orange eingefärbt sind, haben keine eigenen Einträge, werden aber in den Definitionen anderer Termini genannt. Sie können sich diese Registermini in der Übersicht am linken Rand der Benutzeroberfläche aus- und einblenden lassen. Eingeblendete Registertermini sind mit einem Asterisk versehen. Außerdem kann mit der Schaltfläche Verweise angezeigt werden, in welchen Definitionen auf einen Terminus Bezug genommen wird.

Gremium für Schulgrammatische Terminologie (Stand 2019)

Das Gremium für Schulgrammatische Terminologie berät das Leibniz-Institut für Deutsche Sprache bei der Erstellung des Verzeichnisses grundlegender grammatischer Fachausdrücke.

Das Gremium setzt sich aus Vertreterinnen und Vertretern der folgenden Verbände und Institutionen zusammen:

  • Deutsche Gesellschaft für Sprachwissenschaft
  • Deutscher Lehrerverband
  • Fachverband Deutsch
  • Gesellschaft für Angewandte Linguistik
  • Gesellschaft für Hochschulgermanistik
  • „Gießener Kreis“
  • Institut zur Qualitätsentwicklung im Bildungswesen
  • Leibniz-Institut für Deutsche Sprache, Mannheim
  • Symposion Deutschdidaktik
  • Verband Bildungsmedien