Wörterbuch zur Verbvalenz









sich [D] erlauben (Lesart 1)

Strukturbeispiel

jemand erlaubt sich etwas

Im Sinne von

jemand nimmt sich das Recht zu etwas

Satzbauplan

K sub , K akk

Beispiele

(1)
Selbstverständlich werde er nicht zurücktreten, sagte er lächelnd den Reportern und erlaubte sich den Hinweis darauf, dass er nach wie vor der beliebteste Politiker Amerikas ist. (Mannheimer Morgen, 05.04.2003; Rumsfeld contra Powell - einer verliert)
(2)
Darf sich eine Demokratie erlauben, Unrecht mit pauschaler Justiz, also mit neuem Unrecht, zu sühnen? (Zeit, 26.07.1985, S. 7)
(3)
Der Reporter hatte sich die Frechheit erlaubt, die Diva nach ihrem Alter zu fragen.
(4) [indirekte Charakterisierung]
Eine Frage möchte ich mir noch erlauben.

Belegungsregeln

K sub : NP im Nom/ProP im Nom/GWS

K akk :

      NP im Akk/ProP im Akk/GWS

      SK akk mit fak. Korrelat es (stellungsbed.):

           Inf-S mit zu:

(5)
Die Bürger erlaubten sich, nach Mitspracherechten, Umweltbelangen und Sachverstand zu fragen. (nach die tageszeitung, 09.03.1990, S. 2)
(6)
Darf ich ( es) mir erlauben, Sie um einen Gefallen zu bitten?

Passivkonstruktionen

kein Passiv möglich

Anmerkungen

Das K akk wird meist als SK realisiert.

sich erlauben wird häufig verwendet, um die Höflichkeit zu betonen:

(7)
Da wir dankbar an die gemeinsam verlebte Zeit zurückdenken, erlaube ich mir, Ihnen ein Fotoalbum zu überreichen. (nach FP, 11.09.1973, S. 13)