Vergleichssprachen

Kern-Kontrastsprachen sind: Englisch, Französisch, Polnisch und Ungarisch. Bei der Sprachenwahl spielten verschiedene Gesichtspunkte eine Rolle: Es sollten die wichtigsten Zweige der indoeuropäischen Sprachfamilie und eine nicht-indoeuropäische vertreten sein. Es sollten möglichst ,,größere" Sprachen vertreten sein, damit auch bei einer künftigen Verwertung der Erkenntnisse für die Vermittlung des Deutschen als Fremdsprache ein größerer Nutzer- und Interessentenkreis in der jeweils ,,anderen“ Sprache gegeben wäre. Schließlich spielte auch eine Rolle, dass wir bei den ausgewählten Sprachen nicht nur auf die eigene Kompetenz und die Informationen aus schriftlichen wissenschaftlichen Quellen bauen mussten, sondern auch eng mit muttersprachlichen Informanten kooperieren konnten. In Kauf genommen haben wir dabei, dass es sich nun bei den Vergleichssprachen um enge Nachbarsprachen des Deutschen handelt, die wie etwa das Französische oder das Englische keineswegs typisch für ihre jeweilige Sprachfamilie sind: Das Französische ist keine typisch romanische Sprache, das Englische keine typisch germanische. Auch die Wahl des Polnischen etwa trotz seiner im Vergleich zum Russischen kleineren Sprecherzahl kann kritisiert werden. Aber angesichts der Tatsache, dass die pragmatisch bedingte Beschränkung auf einige wenige Kontrastsprachen ohnehin jede Auswahl angreifbar macht, sind diese berechtigten Bedenken hinzunehmen. Eine gewisse Abhilfe wird dadurch geschaffen, dass auch andere europäische Kontrastsprachen einbezogen werden können. Dies geschieht anders als bei den Kern-Kontrastsprachen nicht obligatorisch, sondern phänomenabhängig und nach Bedarf. So werden etwa Italienisch oder Spanisch herangezogen, um Parallelen oder auch Abweichungen gegenüber dem Französischen (etwa bei den Personalklitika) zu demonstrieren. Der Blick auf Niederländisch und die skandinavischen Sprachen, aber auch auf das Rumänische soll z.B. die Informationen über pronominale und substantivische Genussysteme im europäischen Raum abrunden. Das Türkische als weitere große europäische nicht-indoeuropäische Sprache wird öfter herangezogen und gerade mit dem Ungarischen verglichen, das Russische und Bosnisch/Kroatisch/Serbisch (BKS) oder auch das Sorbische werden neben Polnisch gestellt.

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Autor(en)
Lutz Gunkel, Adriano Murelli, Susan Schlotthauer, Bernd Wiese, Gisela Zifonun
Bearbeiter
Lale Bilgili
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