Paradigmatische Beziehungen

In folgenden Beispielen erscheinen verschiedene, jedoch eng miteinander verwandte Ausdruckseinheiten im gleichen Satzkontext :

[1] Der Alterspräsident eröffnet die Sitzung des neuen Bundestags.
[1a] Der Alterspräsident eröffnete die Sitzung des neuen Bundestags.
[1b] Der Alterspräsident wird die Sitzung des neuen Bundestags eröffnen.
[1c] Der Alterspräsident hat die Sitzung des neuen Bundestags eröffnet.
[1d] Der Alterspräsident hatte die Sitzung des neuen Bundestags eröffnet.
[1d] Der Alterspräsident wird die Sitzung des neuen Bundestags eröffnet haben.

Die hervorgehobenen Ausdruckseinheiten bilden jeweils die gleiche funktionale Komponente des Satzes, den Verbalkomplex. Sie stehen sich auch formal sehr nah, denn es handelt sich um einfache und komplexe Formen desselben Verbs - eröffnen. Die Beispiele unterscheiden sich im Wesentlichen nur in Bezug auf die Kategorisierung Tempus, das heißt, mithilfe der verschiedenen Verbformen wird jeweils eine andere Tempuskategorie realisiert:

Beispiel(1)(1a)(1b)(1c)(1d)(1e)
TempuskategoriePräsensPräteritumFuturPerfektPräteritumperfektFuturperfekt
Funktional und formal zusammenhängende Ausdruckseinheiten, die die einzelnen Kategorien einer bestimmten Kategorisierung realisieren, bilden alle zusammen ein so genanntes Paradigma. So stellen die einfachen und komplexen Verbformen aus obigen Beispielsätzen alle zusammen das Tempusparadigma des Verbs eröffnen dar. Die Relationen zwischen den Elementen eines Paradigmas werden paradigmatische Beziehungen genannt.

In den nachfolgenden Informationseinheiten geht es vor allem um paradigmatische Beziehungen im Rahmen von Kategorisierungen, die sich im Deutschen durch die Flexion ergeben. Zu solchen Kategorisierungen gehören etwa in Bezug auf das Verb Tempus, Verbmodus, Genus Verbi, Person und Numerus.

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