Genus

Als paradigmatische Kategorisierung ist Genus ein Sortierverfahren für Nomina. Es stellt eine bestimmte Anzahl von Kategorien zur Verfügung.

Die traditionellen Kategorien des Genus im Deutschen sind:

Maskulinumder Schrank
der Baum
der Mann
Neutrumdas Haus
das Auto
das Kind
Femininumdie Uhr
die Bank
die Frau

In der Forschungsliteratur werden mitunter weitere Genera angesetzt.

Prozentuale Verteilung der drei Genera

Die drei Genera sind verschieden verteilt: Eine Auszählung von 2162 simplizischen Nomina des Grundwortschatzes ergab einen Anteil von 67% Maskulina, 20% Neutra und 13% Feminina (Augst 1975). Bei Simplizia wie Tisch, Stuhl, Herd, Hund ist demnach das Maskulinum mit zwei Dritteln das häufigste Genus. Bei den expliziten Derivaten wie Gemeinheit, Zerstörung ergeben sich dagegen hohe Anteile von Feminina. Hoberg (2004) zählt anhand verschiedener Suffixaufstellungen in Grammatiken u.Ä. 45-54% Suffixe, die wie -heit und -ung Feminina erzeugen. In Mischwortschätzen wie dem des Deutschen Universalwörterbuchs mit rund 88.000 swohl simplizischen als auch komplexen Nomina ist der Anteil der Feminina nach Auskunft der Dudenredaktion mit 42,2% gegenüber 37% Maskulina und 20,8% Neutra ebenfalls vergleichsweise hoch (Hoberg 2004).

Markierung des Genus

Im Deutschen wird das Genus nicht am Nomen markiert. Als Ausnahme gelten mitunter Movierungsprodukte wie Studentin, Hexerich. Markiert wird das Genus dagegen als Einheitenkategorie an allen Einheiten, die sich auf das Nomen beziehen. Hier wird jeweils ein genusabhängiges Flexionsparadigma ausdifferenziert.

Genuszuweisung

Nomina haben überwiegend genau ein Genus; sie sind genusinvariant. Genusschwankungen sind selten. Siehe vertiefend Genusschwankungen. Aber schon dieses eine invariante Genus eines Nomens herauszufinden, macht besonders Nichtmuttersprachlern immer wieder Probleme.

Wie schon Heringer 1995, 204 anmerkt, ist "der methodische Defätismus, nach dem das Genus der meisten Nomina zufällig erscheine oder willkürlich sei und blind oder auswendig gelernt werden müsse", in solcher Absolutheit unbegründet. Denn es lassen sich durchaus Regeln der Genuszuweisung aufstellen.

Zu unterscheiden sind dabei zwei Regelkomplexe:

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Autor(en)
Elke Donalies
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