Subjekt

Definition

Das Subjekt ist ein valenzgebundenes und/oder strukturell erforderliches Satzglied, das mit dem finiten Verb in Person und Numerus kongruiert (Kongruenz). Das Subjekt wird prototypisch als Nominalgruppe im Nominativ realisiert. Auch ein Nebensatz kann die Subjektfunktion übernehmen. Fast alle deutschen Sätze enthalten ein Subjekt.

Beispiele

  1. Das Kind liest ein Buch.
  2. Die Kinder lesen ein Buch.
  3. Das Buch wird von den Kindern gelesen.
  4. Der Vorschlag gefällt ihr nicht.
  5. Milch schmeckt lecker.
  6. Ich rede wenig.
  7. Er hofft auf eine gute Zukunft.
  8. Dass er wenig redet, gefällt ihr nicht.
  9. Ob das stimmt, ist fraglich.
  10. Ihnen ist unklar, wie das geht.
  11. Wenig zu reden, gefällt ihr nicht.
  12. Es regnet/schneit/donnert.
  13. Mich friert es.

Erläuterungen

Als Subjekte treten Nominalgruppen (1-4), Nomen (5) und Pronomen (6, 7) im Nominativ sowie Nebensätze (dass-, ob-, w-Sätze (8-10) und infinite Nebensätze (11)) auf. In (12) und (13) ist das Subjekt ein rein formales Subjekt, das semantisch nicht gefüllt ist.

Grammatische Proben

  • Verschiebeprobe: Subjekte sind im Satz verschiebbar: Das Kind liest ein Buch. Ein Buch liest das Kind.
  • Ersatzprobe: Subjekte sind ersetzbar: Das Kind liest ein Buch. Es liest ein Buch. (Das gilt nicht für rein formale Subjekte (12, 13)). Hilfreich ist außerdem die Ersatzprobe durchzuführen, indem Maskulina eingesetzt werden, da an diesen eindeutig erkennbar wird, welches Satzglied im Nominativ steht: Der Mann liest einen Roman. Er liest ihn.
  • Frageprobe: Subjekte sind mit Wer? oder Was? erfragbar. Wer liest ein Buch? Das Kind. (Das gilt nicht für rein formale Subjekte (12, 13)). Die Frageprobe ist bei Was? mehrdeutig, da damit auch Akkusativobjekte erfragt werden können. Bei Sätzen, deren finiter Teil nur aus einem Kopulaverb (sein, werden, bleiben) besteht (Typ: Hans ist Lehrer), funktioniert auch die Wer/Was-Frage nur eingeschränkt. Bei solchen Sätzen kann entweder die Kongruenzprobe das Subjekt identifizieren: Ich bin gestern im Schwimmbad gewesen. (ich Subjekt), oder die erste (im Vorfeld stehende) Nominalgruppe wird als Subjekt gesehen. (Hans ist Lehrer).
  • Korrelatprobe: Subjekte, die finite oder infinite Nebensätze sind, können durch ein Korrelat vorweggenommen werden: (9‘) Es ist fraglich, ob das stimmt. (11‘) Es gefällt ihr nicht, wenig zu reden.
  • Kongruenzprobe: Alle Subjekte außer Nebensätze (weil diese nicht kongruieren) können durch die Kongruenzprobe ermittelt werden: Das Kind liest ein Buch. Die Kinder lesen ein Buch. Du bist meine Lehrerin.
  • Infinitivprobe: Wird in einem Satz das finite Verb in den Infinitiv gesetzt, bleibt das Subjekt außen vor: (7). Infinitivprobe: auf eine gute Zukunft hoffen. (Rest: er)

Weitere Termini

Satzgegenstand (die Verwendung dieses Begriffs erfolgt in der Regel bei der Zerlegung von Sätzen in den Satzgegenstand (das Subjekt) und die Satzaussage). Manchmal wird auch der Begriff ‚Nominativergänzung‘ verwendet.

Hinweise

Weiterführendes: Das Subjekt ist obligatorischer Bestandteil der meisten Sätze im Deutschen. Der Imperativ, manche Passivsätze und einige Verben fordern kein Subjekt: (14) Komm sofort hierher. (15) Hier wird fröhlich gelacht. (13) Mich friert (es). (Pronominale) Subjekte im Vorfeld können kontextuell wegfallen: (16) Bin/Sind in Berlin angekommen. Infinite Sätze haben kein Subjekt: (17) Rasen nicht betreten! Ist das Subjekt ein Nebensatz, so steht das finite Verb des Hauptsatzes in der 3. Person Singular.

In den folgenden Definitionen wird auf Subjekt verwiesen:

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