Komplement

Die Grammatik der deutschen Sprache geht davon aus, dass Satze regelhaft aus kleineren Einheiten, also "kompositional", aufgebaut sind. Die drei wichtigsten Komponenten werden hier Verbalkomplex, Komplement und Supplement genannt. Der Verbalkomplex kann auch aus einer einzigen finiten Verbform bestehen. Jedes Wort, genauer: jede Wortform, jede Phrase muss zu einer dieser drei primaren Komponenten gehoren. Das hei?t aber nicht, dass immer alle drei Komponenten realisiert sein mussen.

Es ist notorisch schwierig, Komplemente von Supplementen abzugrenzen. Die Phrase in Berlin ist in Beispiel (1) ein Komplement, in Beispiel (2) dagegen ein Supplement.

(2) Die Sonne scheint in Berlin. (Der Spiegel, 07.04.2003, S. 98)

Das Verb wohnen verlangt die Angabe eines Ortspunkts in der Realisierung einer Prapositionalphrase oder eines Lokaladverbs (z.B. dort). Diese Forderung der Valenz des Verbs wohnen bestimmt, dass in Berlin in Beispielsatz (1) ein Komplement ist. Das gilt auch, wenn es grammatisch komplette Satze mit wohnen gibt, die kein solches Komplement enthalten: Er wohnt allein.

Das Verb scheinen hat keine vergleichbare Komplementforderung. Es genugt das Subjekt, um einen grammatisch vollstandigen Satz mit scheinen zu bilden.

Diese ersten Uberlegungen zur Abgrenzung von Komplementen und Supplementen werden in einem dreistufigen Testverfahren nachprufbar differenziert. Daraus ergibt sich ein flie?ender Ubergang zwischen Kern- und Randkomplementen und Supplementen.

Die Komplemente konnen in eine zentrale und eine periphere Gruppe eingeteilt werden.

Wichtig ist, die gro?e Zahl der syntaktischen Realisierungsformen von Komplementen kennen zu lernen. Diese Formen sind auch in einem umfassenden Uberblick uber alle Komplementklassen enthalten.

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