Abtönungspartikeln

Zu den Abtönungspartikeln rechnen wir: aber, auch, bloß, bloß, denn, denn, doch, doch, eben, eh, etwa, fei, halt, ja, ja, mal, man, nicht, nur, ruhig schon, schon, vielleicht, wohl.

Eh, fei und man sind regional begrenzt, werden aber im ganzen deutschen Sprachraum verstanden. Einige Abtönungspartikeln haben - wie aus der Liste oben ersichtlich - betonte "Verwandte", die aber eigenständige Mitglieder dieser Partikelsubklasse sind. Eh kommt nur betont vor.

Wie oft in der Grammatik, sind solche Abgrenzungen diffus bzw. an den Rändern offen. Bei manchen Einheiten - etwa bei überhaupt , eigentlich, einfach , erst - ist die Zuordnung unklar, da ihre abtönende Funktion im Mittelfeld von anderen Funktionen, wie z.B. der Satzverknüpfungsfunktion der Konnektoren, nur schwer zu unterscheiden ist. Entsprechend uneinheitlich werden diese Einheiten in der Partikelforschung behandelt. Einige Grammatiken zählen auch die betonten Einheiten nicht zu den Abtönungspartikeln.

Abtönungspartikeln sind typisch für die gesprochene Sprache. Es bestehen generell Bindungen zwischen einzelnen Abtönungspartikeln und bestimmten Satzmodustypen. Abtönungspartikeln können nicht allein im Vorfeld stehen. Sie fungieren nur als Supplemente.

Mit folgendem Test können Abtönungspartikeln von den beiden anderen Supplementtypen Satzadverbialia und Verbgruppenadverbialia unterschieden werden:

Ein Ausdruck a ist dann eine Abtönungspartikel, wenn es nicht möglich ist, einen gegebenen Aussagesatz s, der a enthält, wie folgt zu paraphrasieren:
Es ist/war/... der Fall, dass s'.
(s' enthält a.)
Du bist aber blass.
*Es ist der Fall, dass du aber blass bist.
Du bist heute blass.
Es ist der Fall, dass du heute blass bist.
aber ist Abtönungspartikel, heute ist Satzadverbiale.

Die Supplemente in Form von Abtönungspartikeln stellen eine Funktionsklasse dar, die im Deutschen besonders ausgebaut ist. Natürlich können diese Funktionen auch in anderen Sprachen ausgedrückt werden, aber meist nicht durch eine eigene Wortart. Diese Supplementklasse enthält nur die o.e. einfachen Abtönungspartikeln.

Die Abtönungspartikeln bilden keine Phrasen. Möglich sind allerdings Kombinationen von Abtönungspartikeln. Davon unberührt ist die Tatsache, dass einige davon auch Elemente anderer Wortklassen sein können, aus denen sie sich auch entwickelt haben, zum Beispiel: Konjunktoren (aber, denn), Gradpartikeln (nur, schon) Adverbien vielleicht) und Adjektive (einfach, ruhig). Anders als diese, haben die Abtönungspartikeln aber die "ursprüngliche" Bedeutung weitgehend verloren, die sie als Elemente der o.a. Wortklassen hatten. Ihre Bedeutung ist abgeschwächt oder verblasst.

Abtönungspartikeln sind typisch für den Diskurs und beziehen sich auf den Satz als kommunikative Einheit. Sie operieren auf Erwartungen und Einstellungen des Sprechers und der Adressaten und sind daher nicht erfragbar. Sie tragen dazu bei, Äußerungen in den jeweiligen Handlungszusammenhang zu integrieren. Damit verbunden ist oft eine bestimmte "Abtönung" oder "Einfärbung" der betreffenden Äußerung z.B. als Abschwächung einer Aufforderung durch mal oder als Ausdruck des Erstaunens in Ausrufen durch (das unbetonte) ja. Die abtönende Wirkung kann aber auch eine Verstärkung sein. z.B. bei einer Warnung oder Drohung mit (dem betonten)ja : Mach das ja nicht noch einmal

Wie Satzadverbialia beziehen sich auch Abtönungspartikeln auf einen Satz. Besonders modale Satzadverbialia sind in ihrer Funktion den Abtönungspartikeln ähnlich:

Das ist wohl ein Irrtum. (= Abtönungspartikel)
Das ist wahrscheinlich ein Irrtum. (= Satzadverbiale)

Den funktionalen Unterschied kann man wie folgt deutlich machen:

  • Abtönungspartikeln setzen auf dem Satz als Einheit von Satzmodus und Proposition auf. Sie haben keine modifizierende Wirkung
  • Modale Satzadverbialia modifizieren die Geltung einer Proposition.

Die detaillierte Beschreibung der Abtönungspartikeln erfolgt in:

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