Ereigniszeit

Definition

Die Ereigniszeit ist ein Zeitintervall zur Interpretation der Bedeutung der einzelnen Tempora und bezeichnet den Zeitabschnitt, in welchem der beschriebene Sachverhalt, das dargestellte Ereignis, tatsächlich stattfand, stattfindet oder stattfinden wird.

Erläuterungen

Die Ereigniszeit kann zwar durch Temporaladverbialia spezifiziert werden (1), dennoch ist trotz spezifizierender Temporaladverbialia wie in (2) die Ereigniszeit nicht genau festlegbar. Das Adverb gestern grenzt zwar die Ereigniszeit in der Vergangenheit auf den Tag vor der Sprechzeit ein, bleibt aber immer noch vage, da der genaue Zeitpunkt des Sprechens im Tagesablauf nicht festgelegt wird.

Da die Ereigniszeit durch sprachliche Mittel nie völlig präzise beschrieben werden kann, bei negierten Sätzen sogar keine Ereigniszeit vorhanden ist (3), wird bei der Bedeutungszuordnung von Tempora eines weiteren Zeitintervalls, die Betrachtzeit relevant, von der aus das Ereignis in den Blick genommen wird.

Beispiele

  1. Pünktlich um 20 Uhr hob sich am Samstag bei der Premiere der Vorhang.
  2. Die Regisseurin sprach gestern bei der Premiere.
  3. Die Regisseurin sprach gestern nicht bei der Premiere.

Hinweise

Neben der Ereigniszeit gibt es folgende weitere Zeitabschnitte zur Interpretation der Tempora: Sprechzeit, Betrachtzeit und Orientierungszeit

Zum Begriff Ereigniszeit vgl.: Hans Reichenbach (1947) .

Übersetzungen

temps de l'événement (französisch), tempo dell'evento (italienisch), hendelsestid (norwegisch), czas zdarzenia (polnisch), eseményidő (ungarisch)

Zum Text

Letzte Änderung
Aktionen
Seite als PDF
Seite drucken
Seite zitieren

Seite teilen

Weiterführendes