Proformen
Die Erfassung der Pronominalisierungsregeln für Präpositionalphrasen ist eine grammatikalische Herausforderung, da prinzipiell drei verschiedene Formtypen zu Verfügung stehen, deren Distribution von einem komplizierten Zusammenspiel mehrerer Faktoren abhängt.
reines Adverb:
➔ Dort wohnt Bruno.
Präpositionaladverb:
➔ Dahinter wohnt Bruno.
Präposition + anaphorisches Personalpronomen:
➔ Hinter ihm wohnt Bruno.
Wahl der Proform
Nun kann man zunächst mithilfe zweier Faustregeln einen nicht unwesentlichen Teil der Gebrauchsbedingungen von Proformen für Präpositionalphrasen erfassen.
- Faustregel 1 nimmt Bezug auf den semantischen Typ der eingebetteten Nominalphrase.
- Faustregel 2 nimmt Bezug auf die syntaktische Funktion.
Zu beiden Regeln müssen Einschränkungen gemacht werden und sie sind nicht ganz trennscharf. Oft ist – abhängig von der gewählten Perspektive – nicht nur eine Proform möglich.
Weitere Faktoren, die die Wahl der Proform bei einer Präpositionalphrase beeinflussen, sind die jeweilige Präposition sowie der übergeordnete Ausdruck, in dessen Struktur die Präpositionalphrase eingebettet ist.
Das Zusammenspiel dieser Faktoren bedarf in der Forschung noch genauerer Klärung.
Weiterführende Literatur ins Auswahl
Cartagena 1988; Krause 1996; Müller 2000; Knees 2008; Pittner 2008.
