Genus und Pseudosuffigierung

Trotz regelmäßiger Ausnahmen gelten morphophonologische Regeln als besonders zuverlässig, "die sich auf den Wortausgang beziehen" (Weber 2001, 91f), unter anderem auch auf Pseudosuffixe. Ein typisches Pseudosuffix ist etwa das auslautende -e in Torte oder Sonne. Wie Wortbildungssuffixe haben allerdings auch Pseudosuffixe den Nachteil, dass sie nicht immer klar als solche identifiziert werden können. Siehe dazu Genus und explizite Derivation.

Unter anderen folgende Regeln sind bislang in der Forschungsliteratur formuliert worden:

Pseudosuffix -e

Das Pseudosuffix -e, bei dem "man klar stellen sollte, dass es um auslautendes Schwa geht" und nicht um orthografisch gedachte Endungen wie in Tee oder Kaffee (Heringer 1995, 211), lässt in 90% der Fälle auf Femininum schließen (Hoberg 2004).

die Torte
die Sonne
die Wonne
die Kirsche
die Rose
die Hose
die Wolle
die Watte

Ausnahmen davon sind vor allem maskuline Bezeichnungen für Lebewesen.

der Däne
der Bote
der Neffe
der Affe
der Löwe

Pseudosuffix -en

Das Pseudosuffix -en lässt in 80% der Fälle auf Maskulinum schließen (Hoberg 2004).

der Garten
der Bogen
der Faden
der Rücken
der Schatten
der Lappen

Ausnahmen sind neutrale Nomina.

das Eisen
das Kissen
das Wappen

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Autor(en)
Elke Donalies.
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