Subjekt

Aus der vorherigen Einheit weißt du, dass jedes Verb den Rahmen für bestimmte Mitspieler im Satz eröffnet. Das nennt man die Valenz des Verbs. Das Verb schenken zum Beispiel benötigt jemanden, der etwas gibt, jemanden, der etwas bekommt und das Geschenk:

Simon [Schenker] schenkt Tina [Beschenkte] ein gutes Buch [Geschenk].

In dieser und der nächsten Einheit schauen wir uns die Mitspieler des Verbs noch etwas genauer an.

Vergleiche die Mitspieler in den folgenden Sätzen. Was haben Sie gemeinsam?
(1) Der fleißige Kameramann arbeitet.
(2) Die reiche Hauptdarstellerin fehlt.
(3) Der mürrische Regisseur schweigt.
(4) Der unerfahrene Stuntman stürzt.
(5) Die glücklichen Schauspieler feiern.
(6) Das gelangweilte Publikum schläft ein.

Tipp: Welchen Kasus haben die Mitspieler? Du kannst die Formentabelle nutzen, um den Kasus zu ermitteln.

SingularPlural
MaskulinumNeutrumFemininum
Nominativder gute Filmdas gute Buchdie gute Seriedie guten Bücher
Genitivdes guten Filmsdes guten Buchesder guten Serieder guten Bücher
Dativdem guten Filmdem guten Buchder guten Serieden guten Büchern
Akkusativden guten Filmdas gute Buchdie gute Seriedie guten Bücher

In diesen Sätzen kommen nur einstellige Verben vor. Die Mitspieler stehen alle im Nominativ.

Einen Mitspieler brauchen fast alle Verben: Das Subjekt. Es steht immer im Nominativ. Oft steht das Subjekt am Anfang des Satzes (im Vorfeld), aber das muss nicht immer so sein.

Setze bei den folgenden Sätzen das Verb in den Plural. Was musst du im Satz außerdem noch anpassen?
(1) Der Mann arbeitet – Die Männer arbeiten.
(2) Die Schauspielerin lernt ihren Text. – Die Schauspielerinnen lernen ihren Text.
(3) Der Beleuchter richtet die Scheinwerfer ein.
(4) Der Tontechniker spielt am Mikrofon.
(5) Der Schauspieler trägt die Perücke nicht gern.
(6) Die Seite im Drehbuch ist voller Fehler.

Wenn das Verb in den Plural gesetzt wird, muss auch das Subjekt im Plural stehen.

(1) Der Mann arbeitet – Die Männer arbeiten.
(2) Die Schauspielerin lernt ihren Text. – Die Schauspielerinnen lernen ihren Text.
(3) Der Beleuchter richtet die Scheinwerfer ein. – Die Beleuchter richten die Scheinwerfer ein.
(4) Der Tontechniker spielt am Mikrofon. – Die Tontechniker spielen am Mikrofon.
(5) Der Schauspieler trägt die Perücke nicht gern. – Die Schauspieler tragen die Perücke nicht gern.
(6) Die Seite im Drehbuch ist voller Fehler. – Die Seiten im Drehbuch sind voller Fehler.

Das Subjekt stimmt mit dem Verb im Numerus überein. Das nennt man Kongruenz. Auch wenn du die Person des Verbs änderst, passt sich das Subjekt an.

Der Mann arbeitet – Du arbeitest.

Das ist die Du-Probe. Du kannst sie anwenden, um das Subjekt zu finden. Setze dazu das Verb in die zweite Person (die st-Form). Der Mitspieler im Satz, den du anpassen musst, ist das Subjekt.

Die Mehrzahl der Studenten kommt oder kommen zur Versammlung? — Kongruenz von Subjekt und Verb

Für Rückfragen stehen/steht Ihnen die Kundenberatung oder Ihr Ansprechpartner im Außendienst zur Verfügung — Einzahl oder Mehrzahl beim Verb

Finde in den folgenden Sätzen heraus, was das Subjekt ist. Nutze dafür die Plural-Probe oder die Du-Probe!
(1) Das Publikum liebt den neuen Film.
(2) Besonders die gute Filmmusik loben die Kritiker sehr.
(3) Andra ist die Regisseurin des Films.
(4) Karin und Hartmut sind berühmte Schauspieler.
(5) Sie spielen auch in dem Film mit.

Es gibt Sätze, die kein Subjekt haben. Dazu gehören Infinitivsätze (a, b) und Imperativsätze (c).

(a) [Viele Leute arbeiten hart], um einen guten Film zu drehen.
(b) Auf Play drücken und den Film starten
(c) Genieße den Film!

Bei Infinitivsätzen wird das Subjekt aus dem Kontext ergänzt. Oft steht das Subjekt in einem zugehörigen Hauptsatz (wie bei a) oder ergibt sich aus der Situation (wie bei b). Imperativsätze fordern die angesprochene Person zu einer Handlung auf. Das Subjekt ist also die angesprochene Person selbst.

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Autor(en)
Niklas Reinken
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