Analepse

Definition

Die Analepse ist eine Form der Auslassung, bei welcher die ausgelassenen Satzbestandteile eindeutig aus der vorangegangenen sprachlichen Umgebung rekonstruiert werden können.

Erläuterungen

Die Analepse beruht auf vorangegangener Verbalisierung, die unter bestimmten Bedingungen in Geltung bleibt, so dass folgende Elemente unmittelbar angeschlossen oder koordinativ integriert werden können. Diese Integration erfolgt in eine parallele syntaktische Struktur.

Beispiele

  1. Kolumbus hat Amerika entdeckt, [Kolumbus hat] nicht Indien [entdeckt].
  2. Nicht Paul ist den Marathon gelaufen, sondern Peter [ist den Marathon gelaufen].
  3. Messner hat den Mount Everest bestiegen und [Messner hat] den K2 [bestiegen].
  4. Jägermeister-Koch bummelt über den Wolfenbütteler Wochenmarkt. [Jägermeister-Koch] Geht zu konventionellem Händler, [Jägermeister-Koch] informiert sich über Trüffel-Kartoffeln, Papajas. [Jägermeister-Koch] Zaubert leckere Gerichte und [Jägermeister-Koch] erntet Lob. (Braunschweiger Zeitung, 23.10.2007)

Hinweise

Der Begriff Analepse geht auf Friedrich Blatz und dessen Neuhochdeutsche Grammatik mit Berücksichtigung der historischen Entwickelung der deutschen Sprache (1896) zurück. Die Bezeichnung Analepse spiegelt den anaphorischen Rückbezug auf die vorangegangene sprachliche Umgebung wider.

Weitere Auslassungsphänomene sind Ellipsen.

Andere Ansätze differenzieren nicht zwischen Analepse und Ellipse, sondern fassen beide unter dem Begriff Ellipse zusammen.

Übersetzungen

analepse (französisch), analessi (italienisch), analepse (norwegisch), analepsa (polnisch), a szövegkörnyezetből kikövetkeztethető elem elhagyása (ungarisch), analepszis (ungarisch)

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